Zum Ablauf des Gottesdienstes und zu den liturgischen Gesängen
Davon ich singen und sagen will!
Wenn die Friedenskirchengemeinde und die Marktkirchengemeinde fusionieren, werden auch die Formen der Gottesdienste angeglichen. In beiden Kirchen gibt es dann einen identischen Ablauf und auch die gleichen liturgischen Gesänge. Ein gemeinsamer Ausschuss hatte dafür einen Vorschlag gemacht, der von beiden Presbyterien beschlossen wurde. Grundlegend neu ist dabei: Es gibt zwar nur einen Ablauf des Gottesdienstes, aber zwei Varianten bei den liturgischen Gesängen.  
Es wird eine traditionelle Linie geben, der die bekannten Melodien wie z. B. „Ehr’ sei dem Vater und dem Sohn …“ zugrunde liegen. Es sind die Gesänge, die schon zu Beginn in den evangelischen Kirchen zur Zeit der Reformation gesungen wurden. Martin Luther hat daran sogar selbst mitgearbeitet. Es sind also unsere liturgisch-musikalischen Wurzeln, die uns mit den ersten und jetzt mit allen evangelischen Gläubigen auf der ganzen Welt verbinden.
Daneben werden wir eine moderne Form haben. Hier hatte die Friedenskirchengemeinde schon immer die Nase vorn: Die traditionelle Linie wurde durch moderne Gesänge angereichert. Das heißt, hier konnten wir bei unseren Überlegungen anknüpfen und bereits bekannte und gut eingeführte Gesänge weiterverwenden, zum Beispiel „Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen“. Darauf aufbauend haben wir alle übrig gebliebenen Melodien durch moderne ersetzt, was nicht so ganz einfach war. Denn neue Gesänge sollten kurz, aber auch einfach und außerdem schnell auswendig erlernbar sein. Sie durften also rhythmisch nicht zu kompliziert sein oder große Sprünge in der Melodie haben. Wir wollen, dass Liturgie erlebbar wird, dass sie uns in eine Spiritualität führt, die uns hilft, den Gottesdienst nicht nur mit Augen und Ohren wahrzunehmen wie Beobachter, sondern innerlich zu erleben als Beteiligte. Das geschieht dann besonders intensiv, wenn wir selbst aktiv sind, zum Beispiel beim Sprechen eines Amens oder bei unserer gesungenen Lied-Antwort auf die Predigt oder bei anderen Wechselaktionen mit WORT – ANTWORT wie zum Beispiel bei Lesung und Halleluja.
Warum aber zwei Varianten bei den liturgischen Gesängen? Nun, wir feiern viele unterschiedliche Gottesdienste. Neben dem „klassischen“ Sonntagsgottesdienst haben wir Familiengottesdienste, Taufgottesdienste, Gospelgottesdienste oder Auszeit-Gottesdienste und demnächst auch Abend-Gottesdienste. Da passt mal die eine, mal die andere musikalische Variante besser. Am Karfreitag oder am Ewigkeitssonntag wären fröhliche und schwungvolle Melodien unangebracht. Da eignet sich eher die traditionelle Linie. Bei einem Krabbelgottesdienst oder am Erntedankfest dagegen sind die lebhafteren Melodien die bessere Wahl.
Je nach Thema oder Charakter des Gottesdienstes verwenden wir dann die eine oder andere Linie; es wird also nicht schematisch abgewechselt. Erfahrungen aus anderen Gemeinden zeigen, dass es gar kein Problem ist, zwei Varianten einzusetzen.
Auch wenn die beiden Gemeinden erst im Januar 2022 fusionieren, wollen wir mit den gemeinsamen Gottesdienstabläufen und den beiden Varianten der Gesänge schon im September 2020 beginnen. Dabei wollen wir uns zunächst auf die moderne Variante konzentrieren und sie einige Sonntage lang hintereinander verwenden, bis „alles sitzt“. Danach, also zum Ende des Kirchenjahres hin, kommt vermutlich verstärkt die traditionelle Linie zum Einsatz. Und wer sich jetzt schon für die Melodien interessiert, kann auf den Homepages beider Gemeinden den neuen Ablauf und die Melodien herunterladen.
Gesprochenes und gesungenes Wort waren für Martin Luther gleich wichtig. Die erste Strophe seines Weihnachtsliedes „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ endet mit dem Satz, den ich in der Überschrift genannt habe. Dieser Satz kann uns ermuntern, uns auf Veränderungen einzulassen, die uns dazu dienen, den Gottesdienst neu und „tiefer“ zu erleben.
KMD Thomas Schmidt

 
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